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Die 4. Generation

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Name des Filmteams:
BlutmondFilm

Fertigstellung:
November 2016

Filmlänge:
16 Minuten

Genre:
Spielfilm

Kurze Beschreibung des Inhalts:

Wie weit darf man gehen, um für das Recht zu kämpfen? Mit dieser Frage wird Adam konfrontiert, als er gemeinsam mit anderen einen Textilfabrikanten entführt.

BAYERISCHES KINDER & JUGENDFILM FESTIVAL 2018   |  LOBENDE ERWÄHNUNG


29. Mittelfränkisches Jugendfilmfestival 2017 - 2. Preis in der Kategorie TALENT

Laudatio:
Wie weit darf man gehen, wenn man für seine politische Überzeugung kämpft? Diese Frage steht im Mittelpunkt des Films „Die 4. Generation“ der Filmgruppe Blutmond Film. Als 4. Genration der RAF machen sich zwei junge Männer und zwei junge Frauen auf, um einen Textilfabrikaten zu entführen. Schon zu Beginn zeigt sich, dass sie zu allem bereit sind. Sie dringen in das Haus ein, nehmen den Textilfabrikanten Martin Koch gefangen und zerren ihn in ein Auto. Kurze Zeit später wird er als Gefangener der RAF präsentiert.
Parallelen zur Gefangennahme von Hanns-Martin Schleyer im September 1977, dem sogenannten Deutschen Herbst, werden hier offenkundig. Genauso wie in den 70er Jahren, wird von der 4. Generation der RAF Gewalt als legitimes Mittel für den Kampf gegen das kapitalistische System angesehen. Die Brutalität, mit der vorgegangen wird, stellt alle Mitglieder auf eine Zerreißprobe, bei der schließlich einer aussteigt. Als Martin erkennt, dass sie mit ihren Aktionen nur der Linken schaden, beschließt er den gefangenen Textilfabrikaten zu befreien. Doch die Befreiung geht schief und sowohl er als auch der Fabrikant werden erschossen.
Der Film setzt dies alles sehr realitätsnah und actiongeladen um. Aus diesem Grund werden viele Szenen mit der Handkamera gedreht, um nah am Geschehen zu sein. Dadurch entsteht ein sehr dichtes und gewaltgeladenes Bild, das den Zuschauer emotional auflädt. Es schmerzt, wenn Menschen gequält und getötet werden. Die Frage, wie weit man bei einer politisch motivierten Aktion gehen darf, wird somit direkt an den Zuschauer herangetragen. Auch wenn die Protagonisten für hehre Ziele kämpfen, wie „Stoppt die Kinderarbeit!“ und „Menschen-würdige Arbeitsbedingungen“, es bleibt doch die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt. Schon John Lennon hat in den 70er Jahren hier bewusst eingelenkt und in seinem Lied „Revolution“ dann doch die „Evolution“ bevorzugt, den Protest und Widerstand mit friedlichen Mitteln.
Den Filmemachern ist jedenfalls mit ihrem Film „Die 4. Genration“ ein starkes Stück Kino geglückt, das aufwühlt und den Zuschauer in jeder Hinsicht mitnimmt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem starken Stück Action- und Politkino!

 

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