Preisträger 2011

Kinderfilmpreis: Du schaffst das!

Ob ich das wohl schaffe? Diese Frage treibt viele Kinder immer wieder um. So auch den jungen Protagonisten des Kurzspielfilms „Du schaffst das!“ der Monte-Film-Kids von der Montessori Schule “Clara Grunwald“. Der Film gibt darauf eine ermutigende Antwort. Manchmal braucht es einfach ein bisschen Unterstützung – sei es durch eine Glühbirne als Helferlein oder auch durch Freundinnen und Freunde. Dieser in gewisser Hinsicht klassische Kinderfilm hat uns vor allem aufgrund der liebevollen und detailfrohen Umsetzung gefallen. Den Kindern hat die Produktion erkennbar Spaß gemacht. Schön fanden wir auch, dass der Film sich von so manchem Mädchen/Jungen-Klischee ab- und der Realität zuwendet: so sind z.B. die Mädchen klasse Fußballerinnen und der schüchterne Schüler ist eben ein Bub und kein zartes Mädchen. Das absolute Highlight des Films ist aber die Idee mit der Glühbirne, die die ganze Jury zum Schmunzeln gebracht hat.

Ein grünes Blatt

Diese filmische Interpretation von Theodor Storms gleichnamigem Gedicht anlässlich einer Seminararbeit zum Thema „Typisch Deutsch“ ist unaufgeregt aufwändig und gleichzeitig stringent reduziert gestaltet. Der Kurzfilm bietet in mit seinen ästhetischen 16:9 - Bildern in wunderbaren Farben hochwertiges experimentelles Poesiekino. In einem balladengerechten Rhythmus wird diese kurze lange Geschichte des grünen Blattes zwischen Jetzt und Gestern visuell liebevoll und ohne Dialoge umgesetzt.
Zurück blieb in der beeindruckten Jury neben weiterem Lob für Gestaltung, Schnitt, Licht und Musik eine berührende Wirkung: „Ein Gedicht von einem Film“.

Facebook dot com

Facebook dot com ist ein außergewöhnlicher, junger und innovativer Film. Das sehr aktuelle Thema der Sozialen Netzwerke ist hier vielfältig und spannend beleuchtet. Eine Stärke des Films liegt auch darin, dass dieser selbst dem Laien einen fundierten Einblick in die Welt des Facebooknutzers gibt, ohne dabei ausschließlich mit Schwarz/Weiss zu zeichnen. Genial ist auch der Einsatz von Theaterelementen, ohne dass diese „aufgesetzt“ wirken. Noch einen Pluspunkt gibt es für die sehr passende und ästhetische Visualisierung. Für dies erhält der Film Facebook dot com - einstimmig - den Preis der Jury.

Feel it

Der Film erzählt in einer atemberaubenden Melange aus Musik und gelungener Licht- und Farbgestaltung von der Ankunft in einer neuen Stadt. Ohne Worte und auf die Sprache der Bilder vertrauend, nimmt sich der Filmemacher nicht nur einfühlsam eines schwierigen Themas an. Ganz nebenbei eröffnet er Kommunikationsräume, die von einer eigens für diesen Film produzierten Musik und deren Rhythmus getragen werden. Diese „Symphonie für eine neue Stadt“ besticht durch eine gelungene Kameraarbeit, eine außerordentliche schauspielerische Leistung und eine stilsichere Montage, die den musikalischen Rhythmus bis zum Finale hin unterstützt und verstärkt.

Lieben allein

Essig und Öl wird in eine Schale gegeben; eine Tomate wird aufgeschnitten; Sie kocht Abendessen; Er kommt heim. Ihrem Vorschlag, im Sommer in die Toskana zu fahren, stimmt Er zu. Das sich daraus ein so pointierter Dialog entwickeln kann, wie Mariko ihn uns hier vorführt, ist grandios! Und ihre beiden Protagonisten, die wunderbar harmonieren, verleihen dem Ganzen nochmal Authentizität.
Ein ernstes Thema, das es sicherlich nicht nur in dieser Beziehung gibt, wurde hier komödiantisch und technisch perfekt umgesetzt.
Bei diesem Film reicht lieben allein eben nicht; ein Preis muss auch noch dazu!

Lost & Found

Der Film „Lost & Found“ von Julius Grimm hat die Jury überzeugt, da er ohne Worte einen Spannungsbogen aufbaut und diesen mit einer gelungenen Pointe abschließt.
Die sehr gute Kameraarbeit, ästhetische Bilder und gut platzierte Musik unterstreichen diese Spannung.
Hervorzuheben ist auch die Regiearbeit von Julius Grimm, die die sehr junge Protagonistin glaubhaft und professionell agieren lässt.

Lobende Erwähnung

If wie ever meet again

Mit einer einzigen Sequenz ohne Schnitt haben mehrere hundert Schüler des Michaeli-Gymnasiums München ein Kunstwerk geschaffen, bei dem das Zuschauen richtig Spaß macht.
Eine Reise quer durch alle Altersstufen und Räume der Schule zu den Klängen von Katy Perrys „If we ever meet again“.
Man spürt die Begeisterung und die gemeinschaftliche Atmosphäre bei den Mitwirkenden.
Auch der Aufwand, einen Lipdub zu planen, eine ganze Schule dafür zu mobilisieren und dann auch noch die Unterstützung der Lehrer zu bekommen, hat die Jury begeistert.

Let´s go!

In dieser gelungenen Mixtur aus Dokumentation und Schauspiel zum Thema Umweltverschmutzung gelingt es den beteiligten Mädchen und Jungen mit Unterstützung von Green City e.V. gut, nicht nur Zahlen und Fakten zu präsentieren, sondern diese in ein ebenso engagiertes wie heiteres Spielen einzubauen. Die Freude am Darstellen und Gestalten der Inhalte dieses wichtigen Themas ist allen Agierenden glaubhaft bis zum Schluss anzumerken und lässt so die eine oder andere technische Schwäche in den Hintergrund treten.
So schaffen es die engagiert agierenden Schüler und Schülerinnen der Hauptschule an der Situlistraße auch mittels varianter Geschlechterrollentypisierung zum Nachdenken über verantwortungsvolles Verhalten und Gestalten der Umwelt anzuregen.

The Perceptionist

The Perceptionist ist ein Experimentalfilm der die Sinne visuell und inhaltlich anregt. Der Betrachter wird durch den Film für die eigene Wahrnehmung wie Geschmack, Fühlen und das Hören sensibilisiert. Die Bildeffekte sind ausgezeichnet, und lassen Freiraum für Interpretation. Dieses Lob trifft auch auf die eingesetzten Soundcollagen zu. The Perceptionist ist farbig, prächtig, poetisch und stimmig. Nach dem Anschauen meint man, besser wahrzunehmen. Daher die Lobende Erwähnung der Jury.

Was Mann ist.

Vier Männer erzählen uns von ihrer Transsexualität. Ein mutiger Film, der ganz unaufgeregt an ein Tabuthema heranführt. Die gut gewählten Protagonisten beantworten offen alle Fragen, auch die, die man eigentlich gar nicht zu stellen wagt. Ab dem überraschenden Einstieg, durch den der Titel zum Wortspiel wird, werden wir einfühlsam und sensibel in das ungewöhnliche Thema eingebunden.
Eine technisch gute Dokumentation, die der Jury jedoch etwas zu Interview-lastig ist.
Gratulation zu eurem Mut auch wenn es „nur“ eine Lobende Erwähnung dafür gibt.