Die Preisträger 2017

                                                               

 

                                   

 

 

 

 

in der Alterskategorie 13 bis 17 Jahre

"Die Jurysitzung"

von der Filmgruppe GNUX des Gymnasiums Neutraubling

Länge: 25 Min.

 

  

 

Jurybegründung:

Die Idee zum Film hat die Jury zugegebenermassen dazu bewegt, nicht nur einen zweiten, sondern vielleicht auch einen dritten Blick auf das Werk zu werfen. Schließlich will man sich am Ende auch als Jury nicht vorwerfen lassen, man habe sich von dieser Idee einlullen lassen. Doch die Filmgruppe aus Neutraubling hat sich der Thematik mit Sorgfalt gewidmet und so wurde dieser Film eben nicht zu einer platten Nummer sondern zu einem kurzweiligen Vergnügen, dass auch die Jury enorm amüsiert hat.

Sehr angetan waren wir von der tollen, schauspielerischen Leistung und der technischen Umsetzung der Dreharbeiten. „Die Jurysitzung“ hat nicht viel vermissen lassen, sogar für Action und Stunts war gesorgt.

Einzig bei der Auswahl der Drehorte hätte die Gruppe mit der gleichen Sorgfalt ans Werk gehen können, nur mal so als Anregung. Auch eine etwas ausformulierte Geschichte hätte dem Gagfeuerwerk sicherlich nicht geschadet. Alles in allem hat uns „Die Jurysitzung“ aber gerade durch Ideenreichtum und Humor sehr überzeugt, den Jugendfilmpreis in der Alterskategorie 13-17 Jahre habt ihr euch redlich verdient.

 

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in der Alterskategorie 18 bis 21 Jahre

"TURNIP"

von Philipp Niklas Christ aus Sarching

Länge: 2 Min. 

 

  

 

 

Jurybegründung:

Da steht sie, diese Vogelscheuche. Tagaus, tagein fristet sie ihr Dasein. Wind und Wetter können ihr scheinbar nichts anhaben. Und doch fehlt diesem Rübenkopf etwas – das wird den Zuschauern des Animationsfilms „Turnip“ schnell klar. Es geht um Freundschaft und vom Suchen und Finden derselben: Von diesem zutiefst menschlichen Bedürfnis erzählt der Zweiminüter auf eine simple und klare Weise. Vor allem zu würdigen ist der immense technische Aufwand, mit dem Philipp Christ alias Black Lions Pictures – quasi als One-Man-Show – seine Zeichnungen lebendig werden lässt. Besonders angetan war die Jury von der Einfachheit der Bilder, die durch ihre klaren Linien, ihre monochrome, triste Kolorierung bestechen und eine Stimmung produzieren, die das Publikum mitnimmt. Intensiviert wird dies durch eine äußerst kluge und feinfühlige Musikauswahl. Das heiter-zarte Ende stimmt optimistisch: Das Glück der Freundschaft liegt manchmal ganz nah, man muss es nur wahrnehmen. Unsere Glückwünsche gehen an den Filmemacher für diese fantasievolle, mal etwas andere Umsetzung eines oft bearbeiteten Narrativs.

 

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in der Alterskategorie 22 bis 26 Jahre

"DIE VERSTECKTEN UND STILLEN SCHÄTZE DES LEBENS"

von Lars Smekal Productions aus Regensburg

Länge: 9 Min.

 

 

 

Jurybegründung:

Der Mann ist außer Tritt geraten. Das erzählt schon die erste Einstellung. Er steigt vom Fahrrad - und schiebt weiter. Und er spricht mit der Frau, die jetzt weg ist, die ihn in seinen Tagträumen aber immer noch verliebt anstrahlt. 

DIE VERSTECKTEN UND STILLEN SCHÄTZE DES LEBENS heißt der Film von Lars Smekal. Das Lächeln der mittlerweile verschwundenen Freundin ist einer dieser Schätze. Lars Smekal schärft uns die Sinne dafür, in einer sentimentalen und sensiblen Erzählung von acht Minuten. Ein stimmungsvoller Film, beeindruckend gespielt und schlau geschnitten - vor allem aber von einem Soundtrack geprägt, der jeden Dialog überflüssig macht und die Zuschauer immer mehr hineinzieht in die Gedankenwelt des Erzählers. Am Ende sind auch wir traurig, dass die Freundin den Mann nicht mehr anstrahlt. Mehr kann ein Film in acht Minuten nicht erreichen. Herzlichen Glückwunsch dazu, Lars Smekal!

 

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zum SONDERTHEMA "HEIMAT"

"NACHBAR"

von AAG Pictures aus Regensburg

Länge: 22 Min.

 

  

 

Jurybegründung:

Es ist für den Zuschauer immer wieder berührend, auf der Leinwand mitzuerleben, wie sich der Schmerz der Filmfiguren langsam in eine Kraft verwandelt, eine Kraft, die Leben verändern kann, eine Kraft, die die diese Figuren über sich hinauswachsen lässt.

Umso besser, wenn das so überzeugend gelingt wie in dem Film „Nachbar“, der uns mitnimmt auf eine Reise durch die Stille und Stummheit eines Mannes, dessen Dasein nur noch wenige Stationen kennt: den Friedhof, auf dem seine Frau begraben liegt, den Fernseher, der Lebensgeräusche abrufbar macht, die Ordnung vor seiner Wohnungstüre, die ständig bedroht scheint, die Versuche, sich zumindest in der Kneipe zwischenmenschliche Nähe zu verschaffen.

Eines Tages ziehen Flüchtlinge in die Wohnung gegenüber ein und stellen die kleine, unbeachtete Weltordnung des Mannes auf den Kopf. Und das machen diese Fremden so beharrlich und unbeirrt, bis sie alle das Scheitern an dieser Welt gemeinsam doch noch mit dem des Nachbarn vereint und stärker macht. Wir werden Zeuge, wie ein großer Moment entsteht.

Jeder Schauspieler, bis hin zur kleinsten Rolle, trägt uns seine Filmfigur mit beeindruckender Sicherheit vor, voller Vertrauen in die Ereignisse, die, wie es sich für einen guten Film ebenfalls gehört, auch Überraschungen bieten. Schwarz-Weiß-Malerei sucht man hier vergebens. Die technische Umsetzung des Films folgt dem Thema, bleibt unaufdringlich und konzentriert.

 

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der PUBLIKUMSPREIS 2017

"ALPENCROSS 2016"

von der Filmgruppe "Hustle Films" aus Beratzhausen

Länge: 17 Min.

 

 

 
  

 

 

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